Die häufigsten Fehler von Frauen auf ihrem Karriereweg in einer männlichen geprägten Berufswelt. Tipps für eine gelingende weibliche Karriere.

Viele Frauen stehen auf ihrem Karriereweg besonderen Herausforderungen gegenüber, denn die meisten mittelständischen Unternehmen werden, zumindest in den Führungsetagen, immer noch von Männern dominiert. Wie verhält sich Frau nun in der männerdominierten Berufswelt und welche Fehler sind zu vermeiden? Frauen haben oft den Wunsch auf der einen Seite gehört zu werden, selbstständig zu gestalten und am Ende auch entscheiden zu wollen. Auf der anderen Seite fällt es ihnen aber schwer, Anweisungen zu geben und Autorität ausüben. Frauen fehlt es daher oftmals an einer Strategie für ihre bessere Selbstvermarktung.

Frauen und Männer verhalten sich, nicht nur im privaten, sondern auch Berufsleben, unterschiedlich. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen sich oft auf „gleicher Ebene oder nach unten“ vernetzen, während Männer sich eher „nach oben“ vernetzen. Frauen scheuen offenen Wettbewerb, während Männer Wettbewerb als lustvoll empfinden. Grundsätzlich sind weder weibliche noch männliche Verhaltensweisen gut oder schlecht. Bedenklich wird es nur dann, wenn eine Unausgewogenheit der Geschlechterverteilung im beruflichen Kontext vorzufinden ist und Frauen nicht wissen wie sie sich in dieser Welt verhalten sollen. Manche weibliche Verhaltensweisen können sich dann hinderlich für die eigene Karriere auswirken. Um Frauen mehr Sicherheit in der Berufswelt zu geben, werden im nachfolgenden Artikel die gängigen Karrierefehler beschrieben und Tipps gegeben, wie sie zu vermeiden sind.

Männer geben Anweisungen, Frauen machen Andeutungen

Viele Männer sagen klar was sie wollen. Das machen Frauen in der Regel anders, denn sie bedienen sich meist dem indirekten Sprachstiel. Das heißt, sie deuten Dinge an, anstatt sie konkret auf den Punkt zu bringen. Ein Mann würde zum Beispiel sagen „das Ergebnis ist falsch“, während eine Frau es indirekter sagen würde. Sie würde sagen, „das Ergebnis könnten wir uns nochmals anschauen“.

Sätze des indirekten Sprachstiels, die wir Frauen gerne verwenden, sind zum Beispiel: “Man sollte das abstellen…“ oder „das müsste noch gemacht werden…“. Diese Aussagen verhelfen uns, nicht persönlich oder verletzend zu werden, denn wir möchten auf einer positiven Beziehungsebene kommunizieren und dem Gegenüber Unannehmlichkeiten ersparen. Das ist nachvollziehbar, doch der indirekte Sprachstiel wird dann zu einem Problem, wenn der Empfänger ihn nicht versteht.

Ob du einen indirekten Sprachstiel sprichst, kannst du dann feststellen, wenn deine Mitarbeiter oder Kollegen nicht das tun, was du mit ihnen besprochen hast. Das passiert dann, wenn du Dinge unklar formuliert hast. Um das zu ändern, kannst du deinen Verhalten überprüfen. Wann sagst du nicht klipp und klar, was du von anderen möchtest? Was hindert dich daran, deine Aussagen auf den Punkt zu bringen?

Du kannst eine Anweisung auch durchaus direkt und dennoch freundlich formulieren, ohne dass der andere sich gleich angegriffen fühlt, indem du zum Beispiel Phrasen wie „bitte überlegen Sie sich das bis morgen“ oder „bitte erledigen Sie das heute noch“ verwendest. Das sind Sätze, bei denen der andere versteht, was er zu tun hat und dennoch sind sie höflich formuliert. Werde dir bewusst, dass die indirekte Sprachweise ein Hindernis auf deinem Karriereweg ist, denn zu umschreiben was man tatsächlich will und dann von anderen erwarten, dass sie es erfüllen, ist nicht nur unfair, sondern trägt auch zu unterschwelligen Konflikten bei.

Konfliktvermeidungsverhalten von Frauen im Business

Eine typische Verhaltensweise von Frauen ist, Konflikten aus dem Weg zu gehen. In Konfliktsituationen verhalten wir Frauen uns häufig unauffällig da wir Angst haben, dass Konflikte die Harmonie stören. Der Grund für unser Verhalten liegt meist in der Angst vor Ablehnung, denn das Ansprechen eines Konflikts, könnte dazu beitragen, dass wir vom Team oder Kollegen abgelehnt werden. Diese Angst ist zwar nachvollziehbar, doch bringt sie uns im Berufsleben nur wenig weiter.

Harmoniebedürfnis ist an sich nichts schlechtes, jedoch wird sie dann zu einer Gefahr, wenn sie uns davon abhält, Konflikte richtig anzugehen und zu lösen. Wenn Konflikte nicht mehr offen ausdiskutiert werden, dann verstärken sie sich. Unausgesprochene Konflikte vergiften die Arbeitsatmosphäre und schaden langfristig dem Team und damit dem Unternehmen und schließlich auch dir selbst. Beobachte doch mal dein Konfliktverhalten. In welchen Situationen vermeidest du Auseinandersetzungen oder ignorierst Themen, die nicht ignoriert werden sollten und überlege dir dann, was die dahinterstehenden Ängste sind, die dich den Konflikt nicht ansprechen lassen?

Mache dir bewusst, dass nicht die Konflikte sondern die Konfliktvermeidung die Harmonie stören. Trotzdem heißt es nicht, dass wenn du einen Konflikt ansprichst, dieser auch gleich eskalieren muss, denn wenn du die richtige Technik benutzt, dann werden Konflikte in den wenigsten Fällen zu einem Problem. 

Wie du Konflikte richtig ansprichst

Konflikte anzusprechen ist nicht schwer, wenn man die richtige Methode in der Kommunikation nutzt. Eine Methode sind zum Beispiel die Ich-Botschaften. Das sind Sätze, die so formuliert werden, dass du dein persönliches Anliegen im Sinne einer „Selbstoffenbarung“ dem anderen mitteilst. Diese Sätze beinhalten nicht die Worte „man“ oder „wir“, denn diese Worte führen meist dazu, dass sich dein Gegenüber nicht versteht, was und meinst. Wörter wie „immer“, oder „nie“ werden eben so wenig in den Ich-Botschaften verwendet, denn sie führen dazu, dass die gesendete Botschaft blockiert wird. „Immer machen Sie den gleichen Fehler“, das ist ein Satz, welcher dein Gegenüber angreift.  Verallgemeinerungen und Generalisierungen führen zu Blockaden in der Kommunikation. 

In einer guten Konfliktansprache werden deshlab Ich-Botschaften formuliert und das ausgelöste oder erwünschte Verhalten ohne Bewertung beschrieben. „Ich stelle fest, dass Sie drei Mal den gleichen Fehler gemacht haben. Das irritiert mich etwas, da ich nicht weiß, ob ich mich richtig ausgedrückt habe?“ Erkennst du den Unterschied zwischen dem obigen Satz und diesem hier? In der Botschaft wird vermittelt, dass du ein Problem hast und nicht dein Gegenüber das Problem ist, was ein wesentlicher Aspekt für eine Deeskalation ist. Bei der Konfliktansprache geht es aber nicht nur um gut formulierte Ich-Botschaften, sodern auch um deine Tonlage, Gestik und Körpersprache. Achte daher auch darauf, welche Signale du dem anderen mit deiner Körpersprache vermittelst. 

Glaubenssätze die deine Karriere behindern

Viele Frauen glauben gewisse Dinge über sich selbst, ohne sie jemals hinterfragt zu haben, die mehr als nur hinderlich für ihre Karriere sind. In meinen Coachings erlebe ich es immer wieder, dass die Meinungen von anderen als wichtiger angesehen werden, als die eigene. Diese Einstellung hindert Frauen oft daran, ihre Ideen vorzubringen und umzusetzen. „So wichtig ist mein Anliegen nun auch nicht.“ Kennst du diesen Glaubenssatz? Wenn auch du einen solchen Glaubenssatz pflegst, dann solltest du dir diesen zunächst bewusst werden und dann aktiv dagegen steuern. Ist es tatsächlich so, dass dein Anliegen nicht so wichtig ist? Ist es wirklich so, dass das, was andere wollen, wichtiger ist? Fange an, dich wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Bringe gute, sachliche Argumente vor, warum dein Anliegen auch wichtig ist und dann trage deine Meinung vor und stehe zu dir.

Ein weiterer Glaubenssatz, den Frauen gerne mit sich herumtragen ist der, dass „Eigenlob stinkt!“ Männer klopfen sich gerne auf die Schulter, wenn sie ein Projekt erfolgreich abgeschlossen haben, Frauen hingegen lassen es meist unerwähnt und wenn sie es doch erwähnen, dann loben sie eher das ganze Team und sagen „wir haben das gut gemacht“, selbst dann, wenn Frau den wesentlichen Teil dazu beigetragen hat. Eigenlob stinkt angeblich. Dieser Glaubenssatz ist besonders schlecht um deine Karriere voranzutreiben, denn keiner wird sehen, wie gut du wirklich bist. Du solltest dich daher auf jeden Fall, insbesondere vor deinen Vorgesetzen, auch selbst loben und geschickte Eigen-PR betreiben.

Der weibliche Umgang mit Macht

Männer sind eher hierarchieorientiert, während Frauen mehr beziehungsorientiert sind. Eine Eigenschaft, die im Berufsleben nicht immer hilfreich ist, denn die Karriereleiter besteht in der Regel aus Über- und Unterordnungsbeziehungen. Deshalb wirst du auf deinem Karriereweg um das Thema Macht wohl kaum herumkommen. Dass Frauen und Männer anders mit Macht aufgewachsen sind, zeigt das Beispiel wie bereit Mädchen und Jungs im Kindesalter denken.  

Die männliche Denkweise:

  • Um ein Anführer zu sein, muss man Befehle erteilen und sich durchsetzen
  • Es gibt nur einen Anführer, und sein Wort gilt.
  • Macht ist die Fähigkeit, seine Wünsche durchzusetzen.
  • Macht ausüben ist natürlich, wünschenswert und maskulin.
  • Wenn man nicht alle Antworten hat, kann man wenigstens so tun, als ob.
Die weibliche Denkweise

  • Es gibt keine Anführerinnen. Alle sind gleichberechtigt.
  • Menschen herumzukommandieren kann Beziehungen kosten.
  • Frauen können nicht gleichzeitig offen Macht ausüben und feminin sein.
  • Haltet die Macht im Gleich­gewicht.
  • Es ist wichtig, dass alle eigenen Mängel offengelegt werden.

Macht ist für viele Frauen negativ belegt, objektiv gesehen ist es jedoch nichts anderes als die Möglichkeit oder Fähigkeit, dass jemand etwas bewirken oder beeinflussen kann. Wer machtlos ist, kann demzufolge auch nichts bewirken. Fange daher an, dich mit dem Thema Macht anzufreunden. Macht ist nichts schlimmes, sondern sie ist das, was du daraus machst.

Was erfolgreiche Frauen anders machen

Erfolgreiche Businessfrauen verhalten sich anderes als diejenigen die es gerne wären.  Sie unterscheiden sich dahingehen, dass sie ein selbstbewusstes und zielsicheres Auftreten haben. Sie warten nicht darauf, dass die Chance zu ihnen kommt, sondern öffnen sich ihr und nehmen ihr Glück selbst in die Hand. Sie sind mutig und trauen sich, auch holprige Wege zu gehen. Erfolgreiche Frauen gehen Dinge aktiv an, sie wissen wohin sie wollen und haben ihre Ziele klar im Blick. Sie vernetzen sich mit Menschen, die sie weiter bringen, bilden sich fort und nutzen das Wissen von Mentoren. Negative Ereignisse sehen Sie als Lernerfahrung und stecken dadurch Rückschläge besser weg. Erfolgreiche Frauen setzten Grenzen und geben durch ihr Auftreten und Sprache zu erkennen was sie wollen. Bist du auch eine solche Frau oder möchtest du eine solche sein? Dann fange an dein Karriere selbst zu gestalten, beginne deine Erfolge zu kommunizieren und vernetze dich mit den richtigen Menschen.

Fazit

Auch wenn wir uns in der Arbeitswelt eine Gleichberechtigung immer weiter annähern, dauert es noch, bis sich die Rollenbilder entsprechend anpassen. Wir Frauen sind meist immer noch zu selbstkritisch mit uns. Ob wir Karriere machen oder nicht, dafür sind wir Frauen selbst verantwortlich. Ich möchte jede Frau ermutigen, ihren Karriereweg zu beschreiten, denn wir Frauen haben so viel Potenzial, welches die Businesswelt braucht.

Möchtest auch du deine Karriere weiter vorantreiben, dann nehme hier Kontakt zu mir auf. Ich unterstütze dich gerne dabei. Folge mir auch gerne auf den soziale Medien: